
Bericht Mecklenburger-Seen-Runde 2026
Sechs Teilnehmende des RSV Unna machten sich Ende Mai auf den Weg zur Mecklenburger-Seen-Runde 2026, um sich der MSR 300 über 306 Kilometer zu stellen.
Was sie erlebten, war weit mehr als nur eine lange Ausfahrt: Es war ein intensives Radsportwochenende voller Vorfreude, Teamgeist, landschaftlicher Eindrücke und vieler besonderer Momente, die noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Los ging es am Freitagmorgen um 7 Uhr in Unna. Nach der Anreise erreichte die Gruppe gegen 16 Uhr den Startbereich im Kulturpark Neubrandenburg, wo bereits die besondere Atmosphäre der Veranstaltung zu spüren war. Das weitläufige Expogelände, die vielen Helferinnen und Helfer und die zahlreichen Teilnehmenden machten sofort deutlich, dass hier ein echtes Radsport-Highlight wartete. Nach der Abholung der Startunterlagen ging
es weiter zum Campingplatz Havelberge, wo vier der Vereinsmitglieder ein Ferienhaus bezogen. Die Unterkunft war ebenso einladend wie der Platz selbst, nur die Mücken
zeigten sich mindestens genauso motiviert wie die Sportlerinnen und Sportler. Später am Abend trafen auch die beiden übrigen Vereinsmitglieder mit dem Wohnmobil ein. Viel Zeit
blieb nicht mehr, denn bei einem kurzen gemeinsamen Ausklang wurden noch Treffpunkt, Startvorbereitung und die Anfahrt nach Neubrandenburg abgestimmt. Die Vorfreude auf den nächsten Morgen war bei allen deutlich zu spüren.
Der Samstag begann früh: Bereits um 5 Uhr machte sich das Team vom Campingplatz auf den Weg zum Start. Nach rund 40 Minuten Fahrt und dem Parken etwas außerhalb von Neubrandenburg stand der RSV Unna pünktlich um 6.30 Uhr im Vorstartblock. Rund
5.000 Starterinnen und Starter wurden erwartet und mit jedem Moment wuchsen Spannung und Vorfreude auf die bevorstehenden 306 Kilometer. Nach der Radkontrolle
fiel um 6.40 Uhr der Startschuss. Zunächst ging es in einer Gruppe von etwa 30 Fahrerinnen und Fahrern aus der Stadt heraus nach Süden. Schon nach wenigen Kilometern wuchs das Feld durch zusammenlaufende Gruppen und Ampelphasen auf rund 100 Personen an. Das sorgte für Tempo, verlangte aber auch höchste Konzentration. Gerade in solchen Momenten wird deutlich, wie wichtig Aufmerksamkeit und Erfahrung im Feld sind. Umso erfreulicher war es, dass die sechs aus Unna ihren Rhythmus fanden und den langen Tag als geschlossene, starke Mannschaft angingen.
Die Organisation der Mecklenburger-Seen-Runde präsentierte sich dabei von ihrer besten Seite. Insgesamt sieben Verpflegungsdepots entlang der Strecke boten Kalt- und
Warmgetränke sowie warme und kalte Speisen. Beste Voraussetzungen also für einen langen Tag im Sattel. Das erste Depot in Feldberg wurde zwar aufgrund des hohen Tempos
ausgelassen, doch in Neustrelitz bei Kilometer 83 war die erste größere Pause umso willkommener. Danach ging es in kleinerer Gruppe weiter bis Schwarz bei Kilometer 125.
Frisch gestärkt rollte der RSV Unna anschließend für 26 Kilometer sogar allein über die Strecke bis nach Röbel. Gerad e diese Phase zeigte, was Fahren ausmacht:sich gegenseitig ziehen, Tempo halten und auch dann zusammenbleiben, wenn der Wind
spürbar kräftiger wird. Denn nun wurde es böig, und gegen den Wind war es alles andere als selbstverständlich, die starke Pace jenseits der 30 km/h zu halten.
Mit dem weiteren Streckenverlauf drehte auch die Fahrtrichtung nach Norden, und mit Seitenwind sowie wieder größerer Gruppe kamen die sechs gut voran bis zur Nossentiner Hütte bei Kilometer 195. Nach einer kurzen Stärkung ging es auf die letzten gut 100
Kilometer, nun westwärts und mit spürbarem Rückenwind. In Alt Schönau bei Kilometer 242 herrschte beste Stimmung: viele Teilnehmende, viel Betrieb an den Depots und überall das Gefühl, Teil eines besonderen Radsporttages zu sein. Auch die
Frühstarterinnen und Frühstarter, die bereits seit den frühen Morgenstunden unterwegs waren, unterstrichen die Dimension dieser Veranstaltung. Nach dem letzten Stopp in
Groß Vielen bei Kilometer 278 warteten nur noch die letzten welligen Kilometer bis ins Ziel.
Dort überwog bei allen die Freude über einen rundum gelungenen Tag auf dem Rennrad: ohne Stürze, ohne Pannen und mit dem gemeinsamen Eindruck, dass
Mecklenburg-Vorpommern landschaftlich traumhaft, aber längst nicht so flach ist, wie man vielleicht vermuten könnte.
Am Abend klang dieser besondere 300er ganz entspannt bei Kaltgetränken und Bratwurst aus. Noch einmal ließ die Gruppe die Erlebnisse des Tages Revue passieren. Die Dynamik im Feld, die landschaftlich reizvolle Strecke, die hervorragende Verpflegung und das gute Gefühl, gemeinsam eine echte Herausforderung gemeistert zu haben. Genau solche Fahrten sind es, die in Erinnerung bleiben: sportlich fordernd, bestens organisiert und
getragen von einer Gemeinschaft, die den Reiz des Rennradsports auf besondere Weise spürbar macht.
Am Sonntagmorgen hieß es dann: zusammenpacken und die Heimreise antreten. Müde, aber sehr zufrieden machte sich der RSV Unna wieder auf den Weg nach Westfalen. Am Abend kamen alle mit vielen Eindrücken, schönen Erinnerungen und der Gewissheit zurück, bei der Mecklenburger-Seen-Runde ein hervorragend organisiertes und sportlich reizvolles Event erlebt zu haben. Für alle sechs war klar: Diese Tour war nicht nur ein
starker 300er, sondern auch ein Wochenende, das Lust auf die nächsten gemeinsamen Herausforderungen auf dem Rennrad macht.
